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Ansprache beim Diplomatenempfang im Wiener Rathaus (3. Juni 2009)


(Es gilt das gesprochene Wort.)


Sehr geehrter Herr Bürgermeister und Landeshauptmann!
Sehr geehrte Mitglieder der Wiener Stadtregierung!
Liebe Kolleginnen und Kollegen im Diplomatischen Corps!
Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Gerne sind die bei der Republik Österreich akkreditierten Diplomaten heute der Einladung des Wiener Stadtoberhauptes gefolgt, um an dieser Begeg­nung im eindrucksvollen Wiener Rathaus teilzunehmen. Im Namen aller Kol­leginnen und Kollegen, die als Missionschefs oder Geschäftsträger hier in Österreich ihre jeweiligen Länder vertreten, danke ich Ihnen, sehr geehrter Herr Bürgermeister Häupl, von Herzen für diese aufmerksame Einladung, mit der Sie erneut unterstreichen möchten, daß wir Diplomaten ein fester Bestandteil der Gesellschaft in Österreichs Hauptstadt sind. Ich bin sicher, die Empfindungen aller Kolleginnen und Kollegen im Diplomatischen Corps richtig zu interpre­tieren, wenn ich Ihnen und den Mitgliedern der Stadtregierung heute öffentlich für Ihre Arbeit danke, mit der Sie unser Leben in dieser liebenswerten Stadt erleichtern, das Funktionieren der Infrastrukturen garantieren und zur Sicherheit aller Bürger und Bewohner Wiens beitragen.

Für uns Diplomaten ist die österreichische Hauptstadt eine Heimat auf Zeit. Heimat bedeutet „zu Hause sein". Dies, so meine ich, ist in Wien schnell möglich, auch Dank der offenen und wohlwollenden Aufnahme, die uns seitens der Bevölkerung und der Behörden entgegengebracht wird. Für mich selbst kann ich dies in besonderer Weise aussagen: Als geborener Walliser entdecke ich täglich viele Ähnlichkeiten zwischen meiner alten Heimat, der Schweizerischen Eidgenossenschaft, und meiner neuen „Heimat auf Zeit". Ich bin gewiß, daß dies auch viele andere Kolleginnen und Kollegen so empfinden.

Die Stadt Wien ist ein Zentrum der Kunst und Kultur von Weltrang. Neben unserer diplomatischen Arbeit dürfen wir an den Vorzügen dieser Stadt teilhaben. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, daß Wien heute nicht nur eine hochmoderne Stadt ist, die sich durch hohe Lebensqualität auszeichnet. Wien bleibt auch ein bedeutendes Zentrum der abendländischen Kultur, die dem aufmerksamen Beobachter hier auf Schritt und Tritt begegnet. Gestatten Sie mir darauf hinzuweisen, daß zu den kulturellen Schätzen die vielen schönen Kirchen  der Stadt gehören, angefangen vom Stephansdom, dem geistlichen Herz unseres Gastlandes. Die Gotteshäuser sind offen und laden uns ein, innezuhalten, für das Geschenk des Lebens zu danken und uns von der Schönheit der sakralen Kunst, an der wir uns erfreuen, inspirieren zu lassen. Ich meine, es sind gerade auch die Kirchen Wiens, die als Orte geistiger und spirituellen Kontinuität gewisser­maßen eine Brücke von der großen Vergangenheit dieses Landes ins Heute, in die Gegenwart schlagen. Hier erhalten wir Kraft, Mut und Vision, die wir brauchen, um mitbauen zu können an einer humanen Zukunft, die in den nach wie vor tragenden Werten der abendländischen Kulturgemeinschaft ein sicheres Fundament für ein Zusammenleben der Menschen und Völker in gegenseitigem Respekt und Wohlwollen erkennt.

Sehr geehrter, lieber Herr Bürgermeister! Nochmals danke ich Ihnen, auch im Namen meiner Kollegen, für diese herzliche Begegnung. Ihnen und allen Mitgliedern der Wiener Stadtregierung wünsche ich Weitsicht und Klugheit in Ihren Entscheidungen für die Entwicklung dieser Stadt, eine glückliche Hand bei der Wahrnehmung Ihrer Pflichten und Gottes Segen bei all Ihrem Tun zum Wohle der Menschen. Herzlichen Dank!

Ansprache des Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Dr. Peter Stephan Zurbriggen, anlässlich des Diplomatenempfanges des Bürgermeisters und Landeshauptmanns von Wien, Dr. Michael Häupl.
(Wiener Rathaus, 3. Juni 2009)