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Predigt anlässlich der Altarweihe des neuen Altares der Wallfahrtsbasilika der allerheiligsten Dreifaltigkeit am Sonntagberg (15. Juni 2014)

Pontifikalamt anlässlich der Altarweihe des neuen Altares

der Wallfahrtsbasilika der allerheiligsten Dreifaltigkeit

am Sonntagberg

 

Predigt des Apostolischen Nuntius

Erzbischof Dr. Peter Stephan ZURBRIGGEN

 

Dreifaltigkeitssonntag, 15. Juni 2014, 9.15 Uhr

(vom Fest: L1: Ex 34,4b.5-6.8-9; L2: 2Kor 13,11-13; Ev.: Joh 3,16-18)

 

 

Hochwürdigster Herr Abt P. Petrus Pilsinger O.S.B.!

Hochwürdiger Herr Pfarrer P. Franz Hörmann!

Liebe Mitbrüder im geistlichen Dienst!

Liebe Benediktiner!

Liebe Familien!

Liebe Kinder und Jugendliche!

Meine Brüder und Schwestern im Herrn!

 

 

Voll Freude bin ich heute zu Ihnen allen in die wunderschöne von Jakob Prandtauer konzipierte barocke Wallfahrtsbasilika gekommen, um ihnen die Grüße und den Segen unseres Heiligen Vaters Papst Franziskus zu bringen. Der heutige Dreifaltigkeitssonntag ist in mehrfacher Hinsicht ein Grund zur Freude. Neben dem Inhalt des heutigen Festgeheimnisses, auf das ich später noch näher eingehen möchte, freuen wir uns darüber, daß sich das Sonntagberger Gnadenbild mit der bekannten Darstellung der allerheiligsten Dreifaltigkeit, dem songenannten „Sonntagberger Gandenstuhl“ seit 400 Jahren in dieser Kirche befindet. Vor 50 Jahren ist diese Wallfahrtskirche vom Heiligen Vater zur Basilica minor erhoben worden. Die Verleihung des Titels Basilica minor an eine Kirche bezweckt in besonderer Weise „die Stärkung ihrer Bindung an den Stuhl Petri und ihrer Bedeutung für das Umland“ (Brakmann, H.: Basilicae minores, in: LThK, 3. Auflage, 2. Band, c. 64).

 


„Die Eucharistie ist der Höhepunkt des Heilswirkens Gottes“

 

Zugleich bin ich heute auch gekommen, um den neuen Altar, auf dem das Opfer Christi dargebracht wird, zu weihen. Vergessen wir dabei nie: „Jesus Christus ist in der Eucharistie auf einzigartige und unvergleichliche Weise gegenwärtig: wirklich, tatsächlich und substantiell, mit seinem Leib und seinem Blut, mit seiner Seele und seiner Gottheit. In der Eucharistie ist also der ganze Christus, Gott und Mensch, auf sakramentale Weise gegenwärtig …“ (Kompendium KKK, 282). Papst Franziskus hat wiederholt darauf hingewiesen: „Die Eucharistie ist der Höhepunkt des Heilswirkens Gottes“, sie „… ist ein sehr großes Geschenk, und daher ist es so wichtig, sonntags zur Messe zu gehen“ (Papst Franziskus: Generalaudienz, 5.02.2014).

 

Wir glauben an einen Gott in drei Personen!

 

Am heutigen Hochfest der Allerheiligsten Drei­faltigkeit betrachtet die Kirche die Trinität so, wie Jesus sie uns zu erkennen gegeben hat. Ein Blick auf das wunderschöne Gnadenbild hilft uns, die zentrale Bedeutung unseres Glaubens an den dreifaltigen Gott zu erkennen: Wir sehen Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiligen Geist. Mit dem Kreuzzeichen, mit dem wir jede Meßfeier beginnen, bekennen wir Sonntag für Sonntag unseren Glauben an den Dreifaltigen Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Wir wissen, daß diese drei eins sind, denn wir glauben an den einen Gott in drei Personen. Christus hat uns offenbart, daß Gott die Liebe ist, „nicht in der Einzigkeit einer Person, sondern in den drei Personen des einen göttlichen Wesens“, wie es in der feierlichen Festpräfation des heutigen Tages geschrieben steht. Der Vater hat im Sohn seine Liebe zu uns Menschen offenbart und schenkt uns im Heiligen Geist das neue Leben als Kinder Gottes!

 


„Ein barmherziger und gnädiger Gott“

 

In der heutigen Lesung zeigt uns Gott seine unendliche Liebe. Nachdem das Volk Israel gesündigt und sich so von Gott abgewandt hat, um das goldene Kalb anzubeten, erhört Gott die Fürbitte des Mose. Der Herr zieht mit dem untreuen Volk und erneuert den Bund mit den Israeliten. Als Mose darum bittet, die Herrlichkeit Gottes schauen zu dürfen, zieht er an ihm vorüber und offenbart sich ihm mit den Worten, daß er „ ein barmherziger und gnädiger Gott“ ( Ex 34,6) ist. Trotz der Untreue der Menschen, die in der Sünde liegt, bewahrt Gott „Tausenden Huld“ ( Ex 34,7). Er offenbart, daß er voll des Erbarmens ist (cfr. Eph 2,4). Er geht sogar soweit, daß er seinen eigenen Sohn dahingibt. Jesus opfert sein Leben am Kreuz, um uns von der Sünde zu befreien. Wie reagiert Mose auf die Gotteserscheinung? Wir haben es schon gehört: „Sofort verneigte sich Mose bis zur Erde und warf sich zu Boden“ ( Ex 34,8). Die Haltung des Mose zeigt uns, welche Haltung wir als gläubige Christen vor Gott einnehmen müssen. Moses wirft sich vor Gott nieder. Die Begegnung mit Gott führt immer zur Anerkennung seines Herrschaftsbereiches. Die Menschen, die Gott als ihren Herrn anerkennen, werfen sich zu Boden und beten ihn an. Deshalb knien wir uns in der heiligen Messe zur Wandlung nieder. Gott selbst kommt zu uns, aus Brot und Wein werden sein Leib und sein Blut. Deshalb warnt der Heilige Vater Papst Franziskus stets vor einer Banalisierung der hl. Messe: „Eine Feier kann vom äußerlichen Gesichtspunkt her einwandfrei, wunderschön sein, aber wenn sie uns nicht zur Begegnung mit Jesus Christus führt, dann besteht die Gefahr, dass sie unserem Herzen und unserem Leben keinerlei Nahrung bringt. Durch die Eucharistie will Christus dagegen in unser Leben eintreten und es mit seiner Gnade durchdringen“ (Papst Franziskus: Generalaudienz, 12.02.2014).

 


„Gott hat die Welt so sehr geliebt“ ( Joh 3,16).

 

Im heutigen Evangelium ruft uns Christus zu: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ ( Joh 3,16). Gott will alle Menschen retten, ja er möchte allen Menschen das ewige  Leben schenken. Aus diesem Grund ist es notwendig, daß wir stets den Einsatz für die Verkündigung des Evangeliums erneuern. Wir alle haben ja als getaufte und gefirmte Christen an der Mission ad gentes teil. Deshalb ist es auch ein Herzenswunsch von Papst Franziskus, daß alle Regionen der Erde in einen „Zustand permanenter Mission“ versetzt werden (cfr. Papst Franziskus: Apostolisches Schreiben Evangelii Gaudium,, 25). Jede Pfarre, jede Gemeinde, jedes Kloster, jede Familie usw. ist eingeladen zu überlegen, wie die Worte des Heiligen Vaters Wirklichkeit und alle Menschen für Christus gewonnen werden können.

 

Das Kreuzzeichen

 

Bedenken wir daher in der kommenden Zeit jedes Mal, wenn wir das Kreuzzeichen andächtig verrichten, daß wir auf den Namen des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft worden sind. Gestärkt durch diese Taufe, in der wir den Zugang zum göttlichen Leben erhalten haben, und durch die Firmung sowie durch die Gnade der Sakramente wollen wir täglich neu unsere Mitmenschen für Christus gewinnen. Wenn es uns allen gelingen würde in unserem Familien- und oder Freundeskreis eine Person für Christus zu gewinnen, dann wären wir im nächsten Jahr doppelt so viele Katholiken hier in der wunderschönen Wallfahrtsbasilika! So lade ich Sie alle ein, in diesen Tagen des Herz-Jesu-Monates Juni, im Gebet und in der Verkündigung neue Anstrengungen auf sich zu nehmen. Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter, die Mutter der Kirche, wird uns dabei gewiß eine wichtige Fürsprecherin sein.

Gelobt sei Jesus Christus! In Ewigkeit, Amen.