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Besuch im Diözesanen Missionskolleg „Redemptoris Mater“ in Wien (12.12.2019)



Am Donnerstag, den 12. Dezember 2019, dem Gedenktag Unserer Lieben Frau in Guadalupe, hat der Apostolische Nuntius unter Begleitung von Nuntiaturrat Prälat George Panamthundil das Diözesane Missionskolleg „Redemptoris Mater" besucht, um die Beauftragung zum Lektorat vorzunehmen. In der Feier der Eucharistie hat der Nuntius die Gläubigen ermutigt, in dieser Zeit des Advents das Geheimnis der Menschwerdung Jesu Christi immer tiefer zu betrachten und wie Johannes der Täufer zuzulassen, dass Christus wächst und wir abnehmen. Zwei Seminaristen, Cristian Xavier González und Fernando Josué Heredia Guedez, erhielten die Beauftragung zum Lektorat. Sie wurden von einigen Brüdern und Schwestern ihrer neokatechumenalen Gemeinschaften, den Katechisten-Verantwortlichen des neokatechumenalen Weges in Österreich und der Hausgemeinschaft des Seminars begleitet. Letzteres wird seit September 2019 durch Rektor Federico Colautti und Vizerektor Luca Oranges geleitet. Abschließend haben alle feierlich zu Abend gegessen und Marienlieder gesungen.

Wir dokumentieren die Predigt des Apostolischen Nuntius:  

PREDIGT

Besuch des Seminars Redemptoris Mater am Festtag Unserer Lieben Frau von Guadalupe

Donnerstag, 12. Dezember 2019, 18.30 Uhr (Texte: Lesungen vom Fest U.L.F.v. Guadalupe)


Hochwürdiger Herr Rektor Don [Dr. Federico Moises] Colautti!
Liebe Mitbrüder im geistlichen Dienst!
Liebe Seminaristen!
Liebe Mitglieder der Neokatechumenalen Gemeinschaften!
Liebe Familien!
Meine Brüder und Schwestern im Herrn!

Es ist für mich ein Grund zur tiefen Freude, diese hl. Messe mit Ihnen am Fest der allerseligsten Jungfrau von Guadalupe feiern zu können. Ich wollte bei meinem Besuch im Seminar es nicht versäumen, mit Ihnen als Familie gemeinsam dieses Fest mit ihrem Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, zu begehen. Heute ist auch für mich ein ganz besonderer Tag, denn vor 17 Jahren wurde meine Ernennung zum Erzbischof bekannt gegeben. Deshalb möchte ich heute erneut Maria, der Jungfrau von Guadalupe, meine besondere Verehrung schenken, aber vor allem sie um das bitten, was sie uns immer anbietet, ihren Sohn Jesus Christus.

Wir haben das Evangelium der pilgernden Gottesmutter gehört, die in Eile in das Bergland vom Judäa ging, um ihrer Verwandte Elisabet beizustehen, die in ihrem hohen Alter ein Kind erwartete.

Der heilige Juan Diego lief auch schnell mit seiner mit Rosen aus Kastilien beladenen Tilma, seines Umhanges, vor den Bischof Juan de Zumárraga. Diese Rosen hatte die brünette Jungfrau auf dem Hügel von Tepeyac in den Unbilden des Winters erblühen lassen. Das kostbare Bild, das auf wundersame Weise auf die Tilma gedruckt wurde, war der Beweis und das endgültige Zeichen des Willens des Herrn.

Und zwischen den beiden heiligen Frauen, Maria und Elisabet, wird ein betender Dialog geführt, aus dem zwei der bekanntesten marianischen Gebete hervorgehen: eines, mit dem wir die Muttergottes ansprechen ( Gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes ) und ein weiteres, mit dem sich Maria zu Gott wendet ( Meine Seele preist die Größe des Herrn ).

Das sind zwei Arten von Segen. Der erste kommt von Gott: Der Herr hat Maria gesegnet, er hat sie mit seiner Gnade erfüllt, die Mutter des Sohnes Gottes zu sein; der andere erhebt sich von der Erde zum Himmel: Maria, die göttliche Güte erfahren hat, preist Gott, dankt ihm und preist ihn.

Die Worte Elisabets bilden zusammen mit dem Gruß des Erzengels Gabriel das Ave Maria, das sicherlich am häufigsten wiederholte Gebet innerhalb der Mauern dieses Seminars. „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen" ist der Gruß der Mutter Johannes des Täufers, von dem Jesus später sagen wird, dass er der Größte unter den Geborenen ist und doch der Kleinste im Himmelreich größer ist als er (vgl. Mt 11,11). Maria ist gebenedeit, weil sie eine Magd des Herrn geworden ist, eine Kleine im Dienste des Himmelreichs, wo die Ersten die Letzten und die Letzten die Ersten sind. Und jetzt arbeitet Maria weiter als Mutter mit dem liebevollen Plan Gottes zusammen, mit seinem Plan der Erlösung.

Maria gießt weiterhin reichlich die göttliche Zärtlichkeit aus und bringt weiterhin viele zu ihrem Sohn. Das hat sie San Juan Diego versprochen, als sie um ein kleines Haus bat, „um es uns dort zu zeigen, es zu vergrößern, es Ihm zu geben, Ihm, dem, der all meine Liebe ist, dem, der mein mitfühlender Blick ist, dem, der meine Hilfe ist, dem, der meine Rettung ist".

Maria zu bitten, sie wie Elisabet selig zu nennen, bedeutet auch, sie als Vorbild der Gläubigen anzuerkennen ( Selig ist die, die geglaubt hat ) und zu lernen, wie sie zu sagen: Mir geschehe nach deinem Wort ( Lk 1,38).

Das authentische christliche Gebet beinhaltet immer die Worte des Herrn: „Nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen" ( Lk 22,42), in dem wir unser Vertrauen zum Ausdruck bringen, dass alles, was in unserem Leben geschieht, Teil des Plans des liebenden Vaters ist.

Als Gläubige ist Maria die erste Jüngerin, die den Weg des Lebens mit Jesus geht, denn wie eine von Freude erfüllte junge Frau hatte sie ihr Neugeborenes in den Armen, bis sie als schmerzhafte Mutter weinte und den toten Körper ihres gekreuzigten Sohnes umarmte.

Lasst uns von der Jungfrau lernen, Jesus nachzufolgen, sowohl in ruhigen Momenten als auch inmitten von Prüfungen. Wie sie, die ihren göttlichen Sohn nie verlassen hat, wollen wir Gottes Willen in unseren Herzen annehmen, egal unter welchen Umständen wir leben. Wenn wir mit Ihm im Leiden vereint sind, wird er uns zur Herrlichkeit der Auferstehung führen.

Wir können viel von Maria erbitten: für uns selbst, für die Heilung eines Familienmitglieds, für Kinder, für wirtschaftliche, soziale Probleme... Aber vergessen wir nie um das zu bitten, was die Muttergottes am meisten betont: die Treue zu Christus.

Lasst uns um den größten Schatz Mariens bitten: um ihren Sohn Jesus Christus. Er ist der einzige Erlöser, der Arzt von Leib und Seele, die Quelle der Gesundheit, derjenige, der uns mit Gott versöhnt, der uns den Heiligen Geist mit all seinen Gaben sendet.

Beten wir zu Maria, dass sie uns Christus gibt und mit Christus in unseren Herzen dem täglichen Leben mit seinen Freuden und Leiden ins Auge blickt. Bitten wir die Muttergottes, dass ihr Sohn das Licht unseres Lebens ist, der Friede unserer Seele, die Treue in unserer Berufung, der Grund, der uns dazu bringt, den Bedürftigsten zu dienen, die Kraft, die uns ermutigt, das Böse nicht mit Bösem zu vergelten, und nie zu lügen. Und indem sie unsere Wünsche, Sorgen, Leiden und Hoffnungen ihm vorbringt ...., wird sie als Mutter wissen, wie sie sie verstehen und zu ihrem Sohn bringen kann, und sie wird zu uns sagen: „Was er euch sagt, das tut" (Joh 2,5), damit das, was in unserem Leben geschieht, sein Wille ist.

Andererseits rufen wir nicht nur Maria im Gebet an, sondern sollen auch mit Maria beten. Und das Evangelium hat uns das Gebet dargelegt, durch das sie und wir uns mit ihr zu Gott wenden: Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Ein Gebet, das es schafft, die Türen der Gnade zu öffnen und das barmherzige Herz Gottes zu bewegen und uns erlaubt, große Werke durch sie zu vollbringen. Sie ist nicht die Wichtige, denn Gott ist derjenige, der wirkt.

So wie Johannes der Vorläufer uns zu Jesus zurückschickt, so schickt Maria zu ihrem Herrn zurück. Wie Johannes sagte: Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden ( Joh 3,30), so dass die Ehre, die der Diener der Königin erweist, auf den König fällt (hl. Ildefons: Buch der ewigen Jungfräulichkeit der heiligen Maria, XII).

Die Kirche hat von Maria gelernt, dass die wahre Evangelisierung darin besteht, die Größe des Herrn zu verkünden, die Früchte der Erlösung mit einem Herzen zu verkünden und zu entdecken, das mit der Leidenschaft des Evangeliums erneuert wurde.

In Maria sehen wir, wie sich die Kirche im Licht des Evangeliums im Leben der Völker, in sozialen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen präsentiert. Die heilige Maria von Guadalupe ist das Modell einer pilgernden Kirche, die sich nicht selbst sucht, die mit ihren Menschen geht und nicht außerhalb ihrer Herausforderungen und Projekte, ihrer Ängste und Hoffnungen stehen will. Aus diesem Grund ist sie Teil unserer Geschichte und wir spüren es in der Tiefe unseres Herzens.

12.12.2019 Besuch im Diözesanen Missionskolleg „Redemptoris Mater“

12.12.2019 Besuch im Diözesanen Missionskolleg „Redemptoris Mater“