Predigt
am
„Sonntag
des
Guten
Hirten"
(3.
Mai
2009,
Pfarrkirche
St.
Elisabeth
in
Wien-Wieden)
(Es
gilt
das
gesprochene
Wort.)
Gelobt
sei
Jesus
Christus!
Liebe
Mitbrüder
im
Priesteramt!
Liebe
Brüder
und
Schwestern
im
Herrn!
1.
Mit
großer
Freude
habe
ich
die
Einladung
angenommen,
heute,
am
Sonntag
des
Guten
Hirten,
mit
Euch
zusammen
hier
in
der
Pfarrkirche
St.
Elisabeth
diesen
Pontifikalgottesdienst
zu
feiern.
Die
herrliche
Musik
der
Theresienmesse
von
Joseph
Haydn
begleitet
uns
dabei,
Gott
dem
Herrn
von
ganzem
Herzen
zu
danken
für
seine
Güte
und
Huld
und
ihn
zu
rühmen.
Mein
ganzer
herzlicher
Dank
richtet
sich
an
Pfarrer
Mag.
Walter
Pfeifer,
der
mich
in
Euer
aller
Namen
eingeladen
und
diesen
Gottesdienst
bis
ins
letzte
Detail
so
vorbildlich
und
sorgfältig
vorbereitet
hat.
„Vergelt's
Gott!"
lieber
Herr
Pfarrer,
Ihnen
und
allen
Ihren
Mitarbeitern.
2.
Am
2.
April
kam
ich
voller
Erwartung
aber
auch
mit
einer
gewissen
inneren
Spannung
aus
Vilnius
hier
in
Wien
an,
um
den
mir
von
Papst
Benedikt
XVI.
anvertrauten
Dienst
als
Apostolischer
Nuntius
in
Österreich
anzutreten.
Ich
gestehe,
nach
mehr
als
sieben
Jahren
Dienst
im
Baltikum
ist
mir
dort
der
Abschied
von
Land
und
Leuten
nicht
ganz
leicht
gefallen.
Aber
dieser
Abschiedsschmerz
wurde
gleich
vom
ersten
Augenblick
meiner
Ankunft
in
Österreich
und
in
Wien
aufgewogen
durch
die
so
herzliche
und
wohlwollende
Aufnahme
in
Eurer
Mitte.
Ich
fühlte
mich
sogleich
heimisch
und
geborgen.
Und
gerade
dieses
Gefühl
des
Zu-Hause-Seins,
der
Geborgenheit
hier
in
Wien,
Sie
werden
es
kaum
glauben,
hat
mir
unter
anderem
auch
gleich
vom
ersten
Tag
an
das
harmonische
und
feierliche
Glockengeläute
Eurer
Pfarrkirche
St.
Elisabeth,
das
ich
mehrmals
am
Tage
vernehmen
kann,
vermittelt.
Der
Glocken
feierlicher
Klang
erinnert
mich
an
meine
Heimatgemeinde
und
die
Herz-Jesu-Pfarrei
in
Brig,
am
Fuße
des
Simplon,
und
ruft
mir
zugleich
immer
wieder
zu:
Du
bist
bei
uns
willkommen,
ja,
du
gehörst
zu
uns,
der
Gemeinschaft
der
Glaubenden
der
Pfarre
St.
Elisabeth.
Und
deshalb
bin
ich
zutiefst
glücklich
und
dankbar,
daß
ich
heute
zum
ersten
Mal
mit
Euch
und
für
Euch
die
heilige
Eucharistie,
das
wahre
Dank-
und
Lobopfer
Christi
und
der
Kirche
feiern
darf.
3.
Liebe
Brüder
und
Schwestern!
Dem
Apostolischen
Nuntius
ist
jeweils
aufgetragen,
hier
und
heute,
die
Aussagen
des
Lehramtes
unseres
Heiligen
Vaters
Papst
Benedikt
XVI.
unverkürzt
und
unmittelbar
weiterzugeben
und
dabei
auch
das
Charisma,
d.h.
die
Ausstrahlungskraft
des
Papstes
allen
Glaubenden
und
Menschen
guten
Willens
nahe
zu
bringen
und
transparent
zu
machen.
Die
grundlegende
Bedeutung
des
universalen
Hirtenamtes,
das
der
Papst
als
Nachfolger
des
Heiligen
Petrus
innehat
-
„
Kephas
"
(Joh
1,
42)
Petrus
der
Fels
-
besteht
ja
auch
gerade
darin,
daß
er
als
Pastor
supremus
et
universalis
die
innere
und
äußere
Einheit
der
Kirche
zu
wahren
und
zu
festigen
hat.
Der
Apostolische
Nuntius
hat
bei
der
Erfüllung
dieses
Hirtendienstes
sich
darum
zu
bemühen
und
zu
helfen,
eine
Brücke
zu
schlagen
zwischen
der
Ortskirche,
zu
der
er
gesandt
ist,
„und
dem
Bischof
von
Rom,
welcher
der
universalen
Gemeinschaft
der
Liebe
vorsteht",
wie
dies
der
Heilige
Ignatius
von
Antiochien
trefflich
formuliert
hat
(Funk
1,
252).
4.
Wie
ihr
wißt,
feiern
wir
heute
den
„Sonntag
des
Guten
Hirten".
An
diesem
Tag
sind
wir
eingeladen,
ganz
besonders
für
geistliche
Berufungen
zu
beten.
Heuer
lädt
uns
Papst
Benedikt
XVI.
in
seiner
Botschaft
für
diesen
Weltgebetstag
ein,
über
folgendes
Thema
nachzudenken:
„Das
Vertrauen
in
die
Initiative
Gottes
und
die
menschliche
Antwort".
Es
geht
also
um
den
Dialog
zwischen
Gott
und
dem
Menschen:
Gott
ruft,
und
der
Mensch
antwortet.
Diesen
Dialog
nennen
wir
Gebet,
damit
wir
den
Willen
Gottes
für
unser
Leben
und
in
unserem
Leben
erkennen.
In
der
Schnellebigkeit
und
im
Lärm
unserer
Zeit
fällt
es
uns
manchmal
schwer,
auf
die
leise
Stimme
Gottes
zu
hören,
wenn
er
sich
an
uns
wendet
und
uns
in
seine
Nachfolge
rufen
will.
Die
Wege
der
Nachfolge
sind
unterschiedlich
und
dies
spiegelt
sich
auch
in
der
Vielfalt
der
Berufungen,
die
die
Kirche
kennt.
5.
Im
Gespräch
mit
Gott
also
wird
uns
unsere
je
eigene
Berufung
klar.
Dabei
wird
uns
bewußt,
daß
wir
geboren
sind,
um
Gott
zu
erkennen,
ihn
zu
lieben
und
ihm
zu
dienen
und
so
erfahren
wir,
was
wir
in
der
heutigen
2.
Lesung
gehört
haben:
„
Wir
heißen
Kinder
Gottes,
und
wir
sind
es
"
(1
Joh
3,1).
Das
Bewußtsein
dieser
fundamentalen
Berufung
gibt
uns
den
inneren
Frieden,
die
Kraft
und
den
Mut,
treu
und
vertrauensvoll
auf
unserem
Glaubensweg
voranzugehen.
So
werden
wir
gewiß
auch
das
Ziel
erreichen,
das
der
Herr
Jesus
Christus
uns
aufgezeigt
hat,
d.h.
wenn
wir
in
der
Gott-Ähnlichkeit
unsere
letzte
und
vollkommene
Erfüllung
finden
werden,
weil
„wir
ihm
ähnlich
sein
werden,
wenn
er
offenbar
wird
und
wir
ihn
sehen
werden,
wie
er
ist"
(1
Joh.
3,
2).
6.
Das
heutige
Evangelium
stellt
uns
den
Guten
Hirten
vor,
Jesus
Christus.
Er
ist
das
erhabene
Vorbild
und
Beispiel
für
alle
guten
Hirten,
die
„in
persona
Christi"
-
im
Namen
und
Auftrag
Jesu
Christi
-
die
ihnen
anvertraute
Herde
weiden.
Sie
tragen
alle
eine
große
Verantwortung,
die
auch
die
Hingabe
des
Lebens
mitbeinhaltet.
Die
Herde,
d.i.
die
Gemeinschaft
der
Glaubenden,
braucht
gute
Hirten,
die
nicht
den
bezahlten
Knechten
gleich
sind
und
darum
auch
nicht
die
Flucht
ergreifen,
wenn
der
Wolf,
der
wie
Sie
wissen
oft
auch
im
Schafspelz
daherkommt,
sich
auf
die
Herde
stürzt,
um
sie
zu
reißen
und
auseinander
zu
jagen.
Jesus
ist
der
Gute
Hirt
und
„in
keinem
anderen
ist
das
Heil
zu
finden",
wie
der
Apostel
Petrus
uns
sagt,
„denn
es
ist
uns
Menschen
kein
anderer
Name
unter
dem
Himmel
gegeben,
durch
den
wir
gerettet
werden
sollen"
(Apg
4,
12).
Wie
Jesus,
der
Gute
Hirte,
die
Seinen
kennt
und
die
Seinen
ihn
kennen,
so
müssen
auf
dieser
Vertrauensbasis
auch
alle
guten
Hirten
das
Gespräch,
den
Dialog
mit
der
ihnen
anvertrauten
Herde
suchen
und
pflegen.
Echte
Gemeinschaft
kann
darum
nur
dann
wachsen
und
gedeihen,
wenn
man
sich
gegenseitig
kennt
und
erkennt:
„
Ich
kenne
die
Meinen,
und
die
Meinen
kennen
mich
"
(Joh
10,
14).
In
seiner
Botschaft
zum
heutigen
Weltgebetstag
legt
der
Heilige
Vater
dar,
daß
die
Berufung
zum
Priestertum
und
zum
geweihten
Leben
ein
Geschenk
Gottes
ist
(Gott
ergreift
die
Initiative).
Er
ruft
„die
er
bei
sich
haben
und
die
er
dann
aussenden
wollte"
(Mk
3,
14)
und
so
haben
es
auch
die
Apostel
und
ihre
Nachfolger
gehalten,
bis
auf
den
heutigen
Tag.
Der
Heilige
Vater
sagt
uns:
„Wir
müssen
beten,
daß
das
ganze
christliche
Volk
im
Vertrauen
auf
Gott
wachsen
möge
-
in
der
Überzeugung,
daß
der
„Herr
der
Ernte"
ohne
Unterlaß
einige
beruft,
ihr
Leben
aus
freiem
Willen
einzusetzen,
um
enger
mit
ihm
am
Heilswerk
mitzuarbeiten".
Wer
sich
in
die
Schule
des
göttlichen
Meisters
begibt,
läßt
sich
auf
den
Dialog
mit
Gott
ein.
Dieser
Dialog
ist
„eine
geheimnisvolle
Begegnung
zwischen
der
Liebe
des
Herrn,
der
ruft,
und
der
Freiheit
des
Menschen,
der
ihm
in
Liebe
antwortet".
Abschließend
möchte
ich
heute
im
Namen
des
Heiligen
Vaters,
dessen
Segenswünsche
ich
Euch
allen
übermitteln
darf,
ganz
besonders
allen
Priestern
danken,
für
ihren
vorbildlichen
Dienst
als
gute
Hirten
ihrer
Herde.
Dafür
gebührt
ihnen
ein
herzliches
„Vergelt's
Gott",
unser
Gebet
und
unsere
UnterÂstützung.
Euch
jungen
Menschen
aber
möchte
ich
zurufen:
Nehmt
euch
Zeit
für
das
Gespräch
mit
Gott,
für
das
Gebet,
damit
Er
selbst
euch
den
Weg
zeigen
kann.
Und
dabei
dürft
ihr
nie
die
Worte
Jesu
vergessen:
„Nicht
ihr
habt
mich
erwählt,
sondern
ich
habe
euch
erwählt
und
dazu
bestimmt,
daß
ihr
euch
aufmacht
und
Frucht
bringt
und
daß
eure
Frucht
bleibt"
(Joh
15,
16).
So
laßt
uns
in
großem
Vertrauen
auf
den
„Herrn
der
Ernte"
um
geistliche
Berufungen
beten,
Berufungen
zum
Priestertum
und
zum
geweihten
Leben,
gerade
auch
aus
dieser
Pfarre
St.
Elisabeth.
Mögen
doch
einige
aus
eurer
Mitte
Gottes
Ruf
vernehmen
und
wie
Maria
freudig
und
mutig
„ja"
sagen
und
antworten:
„Herr,
hier
bin
ich,
sende
mich!"
Bitten
wir
darum
Jesus
Christus,
den
„Herrn
der
Ernte",
hier
und
heute
unser
Rufen
und
Bitten
zu
hören
und
zu
erhören.
Amen.
(Predigt
des
Apostolischen
Nuntius
S.E.(1)
Erzbischof
Dr.
Peter
Stephan
Zurbriggen
in
der
Pfarrkirche
St.
Elisabeth
in
Wien-Wieden
am
„Sonntag
des
Guten
Hirten",
46.
Weltgebetstag
um
geistliche
Berufungen
am
3.
Mai
2009)
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