Predigt
beim
österreichischen
Ordenstag
der
Superiorenkonferenz
(24.
November
2009)
Österreichischer
Ordenstag
der
Superiorenkonferenz
Eucharistiefeier
im
„Kardinal-König-Haus"
-
Wien,
24.
November
2009
(Lesung:
Phil
2,1-4;
Evangelium:
Joh
15,1-8)
Lieber
Propst
Maximilian!
Verehrte
Herren
Äbte,
Pröpste
und
Provinziale!
Liebe
Mitbrüder
im
priesterlichen
und
diakonalen
Dienst!
Liebe
Ordenschristen
in
den
verschiedenen
Gemeinschaften!
Meine
Schwestern
und
Brüder
im
Herrn!
Es
ist
für
mich
eine
große
Freude,
mit
Ihnen
allen
diese
heilige
EuchaÂristie
zum
„Österreichischen
Ordenstag"
zu
feiern,
der
von
der
SuperiorenkonÂferenz
organisiert
wird.
Jesus
Christus
ist
der
gemeinsame
Grund
und
zugleich
die
lebendige
Mitte
unserer
Berufung.
Er
hat
uns
in
seine
besondere
Nachfolge
gerufen,
aus
IHM
leben
wir,
in
IHM
finden
wir
die
Quelle
der
Gemeinschaft
und
der
Liebe,
die
unser
Leben
in
Seiner
Nachfolge
ermöglicht.
ER,
Jesus
Christus,
ist
es
auch,
der
die
unterschiedlichen
Wege
der
Nachfolge
und
Charismen
der
Ordensleute
zum
gemeinsamen
Zeugnis
eint.
Wenn
wir
uns
dem
Thema
des
heurigen
Ordenstages
„Verkündigung
in
der
Welt
von
heute"
annähern
wollen,
dann
müssen
wir
sicher
zunächst
die
Zentralität
des
Christus-Bekenntnisses
in
und
mit
der
Gemeinschaft
der
Kirche
bedenken.
„Christus
verkündigen"
-
dazu
sind
wir
gerufen
und
berufen!
Wir
nehmen
teil
an
der
Sendung
der
Kirche,
die
das
Heilswerk
Christi
durch
die
Zeiten
hindurch
fortsetzt.
Daher
ist
die
von
den
Ordenschristen
getragene
Verkündigung
kirchliches
Tun,
das
zutiefst
kirchliche
Menschen
voraussetzt:
Menschen,
für
die
der
tägliche
meditative
Umgang
mit
dem
Wort
Gottes,
die
persönliche
Vertiefung
der
Aussagen
des
Lehramtes,
die
Beheimatung
in
der
authentischen
Tradition
der
Kirche
und
die
Treue
zu
ihrer
Disziplin
selbstverÂständliche
Lebenswirklichkeit
sind.
Christus
glaubwürdig
in
der
Welt
von
heute
verkündigen,
das
hat
zur
Voraussetzung,
mit
IHM
und
mit
seinem
mystischen
Leib,
der
die
Kirche
ist,
lebendig
verbunden
zu
sein.
Das
II.
Vatikanische
Konzil
-
dessen
Texte
auch
heute
aktuell
sind
und
die
wir
deshalb
immer
wieder
lesen
sollten
-
sagt
im
Dekret
„Perfectae
caritatis"
vom
25.
Oktober
1965
über
die
Ordensleute:
„Von
der
Liebe
gedrängt,
die
der
Heilige
Geist
in
ihre
Herzen
ausgegossen
hat,
leben
sie
mehr
und
mehr
für
Christus
und
seinen
Leib,
die
Kirche.
Je
inniger
sie
also
durch
solche
Selbsthingabe,
die
das
ganze
Leben
umfasst,
mit
Christus
vereinigt
werden,
desto
reicher
wird
das
Leben
der
Kirche
und
desto
fruchtbarer
ihr
Apostolat"
(Konzils-Dekret
Perfectae
caritatis,
1).
Der
Verkündigungs-Auftrag
in
einer
vielschichtigen
und
komplexen
Welt
wie
der
unsrigen
stellt
uns
natürlich
vor
viele
Herausforderungen.
Einige
sind
sicher
bereits
im
Laufe
Ihrer
Tagung
zur
Sprache
gekommen.
Die
verschiedenen
Gaben
und
Charismen
der
alten
Orden,
der
Institute
des
geweihten
Lebens
und
der
Gesellschaften
des
apostolischen
Lebens
wie
auch
die
der
neueren
GemeinÂschaften
geben
jeweils
auf
ihre
eigene
Weise
Antworten
auf
diese
Fragen
und
pastoralen
Herausforderungen.
Neben
der
stets
notwendigen
Einheit
im
Glauben
aller
Christen
dürfen
und
müssen
auch
Individualität
und
Vielfalt
unser
Zeugnis
für
Christus
und
Seine
Kirche
charakterisieren.
Dabei
vergessen
wir
freilich
nicht
die
Mahnung
der
Konzilsväter,
die
uns
„ernst
zu
bedenken"
geben,
„daß
auch
die
besten
Anpassungen
an
die
Erfordernisse
unserer
Zeit
ohne
geistliche
Erneuerung
unwirksam
bleiben;
diese
hat
darum
auch
bei
aller
Förderung
äußerer
Werke
immer
das
Wesentliche
zu
sein"
(Konzils-Dekret
Perfectae
caritatis,
2)
Die
fortwährende
geistliche
Erneuerung
in
unseren
Ordensgemeinschaften
bedarf
daher
größter
Aufmerksamkeit.
Das
betrifft
nicht
nur
die
Ordensoberen,
sondern
im
Grunde
alle
Mitglieder
der
Institute.
Nur
geistlich
erneute
und
wache
Ordenschristen
können
Träger
einer
lebendigen
Christus-Verkündigung
in
unserer
Welt
sein.
Denn
unsere
Mitmenschen
-
ich
denke
besonders
an
die
Jugendlichen
und
jungen
Erwachsenen
-
vertrauen
in
den
Fragen
des
Lebens
nicht
so
sehr
der
„Amtsautorität",
sondern
dem
persönlichen
und
authentischen
Zeugnis
der
Vermittler
der
Botschaft.
Eine
lebendige
Christus-Beziehung
verleiht
unserem
Zeugnis
die
Frische
und
Glaubwürdigkeit,
die
notwendig
ist,
um
Menschen
für
Gott
und
für
die
Mitarbeit
an
Seinem
Reich,
das
unter
uns
beginnt,
zu
gewinnen!
Das
Evangelium
fasst
das
Geheimnis
einer
lebendigen
Christusbeziehung
in
Jesu
Rede
vom
Weinstock
und
den
Reben
zusammen:
Ich
bin
der
Weinstock,
ihr
seid
die
Reben.
Wer
in
mir
bleibt
und
in
wem
ich
bleibe,
der
bringt
reiche
Frucht;
denn
getrennt
von
mir
könnt
ihr
nichts
vollbringen
(Joh
15,5).
Jesus
sagt
es
ganz
deutlich:
Bleibt
in
mir,
dann
bleibe
ich
in
euch
(Joh
15,4).
Liebe
Brüder
und
Schwestern;
wie
kann
dieses
„In-Ihm-Bleiben"
gelingen?
Wir
müssen
diese
Frage
beantworten,
weil
das
„In-Christus-Bleiben"
die
Grund-Voraussetzung
für
die
Wirksamkeit
unseres
Apostolates,
unserer
Verkündigung
ist.
Freilich
dürfen
wir
die
Wirksamkeit
nicht
mit
der
„Ernte"
verwechseln.
Wir
müssen
die
Ernte
nicht
selber
sehen;
es
mag
sein,
daß
unser
Apostolat
wirksam
ist
bzw.
war
und
andere
irgendwann
die
„Ernte"
erleben.
Darüber
sollten
wir
uns
geistlich
freuen!
Liebe
Ordenschristen,
im
Rahmen
dieser
Ansprache
kann
ich
nur
einige
kurze
Hinweise
zum
„In-Christus-Bleiben"
geben.
Es
sind
dies
Fragen
und
Anregungen,
über
die
jeder
und
jede
von
uns
selbst
nachdenken
möge:
Â
Ist
Christus
wirklich
der
Mittelpunkt
meines
Lebens
und
suche
ich
zuerst
die
Gemeinschaft
mit
IHM?
Wie
sieht
mein
Gebetsleben
aus
und
wie
bereite
ich
mich
auf
die
Feier
oder
die
Mitfeier
der
heiligen
Messe
vor?
Ist
die
Liturgie
auch
für
mich
der
Ort
der
Vereinigung
mit
Christus
und
-
wie
es
das
II.
Vatikanische
Konzil
formuliert
-
der
„Höhepunkt,
dem
das
Tun
der
Kirche
zustrebt",
die
Quelle,
aus
der
ich
meine
geistliche
Kraft
schöpfe?
(vgl.
Konzils-Konstitution
Sacrosanctum
Concilium,
10).
Die
Benediktiner
unter
uns
wissen
und
zeigen
uns,
daß,
wie
der
heilige
Ordensvater
Benedikt
sagt,
dem
Gottesdienst
nichts
vorgezogen
werden
soll.
Haben
wir
die
Demut
und
innere
Größe,
uns
der
Führung
eines
geistlichen
Leiters
anzuvertrauen,
der
uns
dabei
hilft,
in
der
Christusliebe
zu
wachsen?
Bin
ich
bereit,
nach
Christi
Vorbild
den
Gehorsam
zu
leben,
oder
versuche
ich,
mir
alles
„so
zu
richten",
wie
es
mir
passt?
Mache
ich
in
meinem
Leben
ernst
mit
der
Vaterunserbitte:
„Dein
Wille
geschehe"?
Bin
ich
bereit,
meinen
Mitschwestern
und
Mitbrüdern
in
meiner
Gemeinschaft
zu
dienen,
um
dem
gleichförmig
zu
werden,
der
nicht
gekommen
ist,
um
sich
bedienen
zu
lassen,
sondern
um
zu
dienen
(vgl.
Mt,
10,
45)?
Lassen
wir
uns
von
der
Christusliebe
der
Gründer
und
GründerÂinnen
unserer
Gemeinschaften
inspirieren
und
gewinnen
wir
ErÂbauung
und
neue
geistliche
Kraft
aus
dem
Vorbild
der
Heiligen?
Liebe
Brüder
und
Schwestern
im
Glauben!
Die
-
wie
das
II.
Vatikanische
Konzil
sagt
-
nach
göttlichem
Ratschluß
in
der
Kirche
bestehende
 „wunderbare
Vielfalt
von
Ordensgemeinschaften"
(Konzils-Dekret
Perfectae
caritatis,
1)
steht
im
Dienst
der
Verkündigung
Christi
in
der
Welt
von
heute.
Diese
Verkündigung
ist
um
so
glaubhafter,
um
so
mehr
wir
-
wie
der
Apostel
Paulus
sagt
-
„eines
Sinnes
sind,
einander
in
Liebe
verbunden,
einmütig
und
einträchtig"
(Phil
2,2).
Ihnen
und
uns
allen
und
Ihren
Gemeinschaften
wünsche
ich
von
Herzen
ein
stetes
Wachsen
in
der
Liebe
zu
Christus,
der
uns
Gottes
Erbarmen
zuwendet.
Er
ist
der
Herr,
der
uns
kennt
und
uns
mit
unseren
Schwächen
annimmt,
wenn
wir
täglich
neu
in
Demut
vor
ihn
hintreten.
Wir
dürfen
fest
darauf
vertrauen,
daß
Er
auch
unser
Apostolat
unter
den
Menschen
unserer
Zeit
wirksam
macht
und
fruchtbar
werden
lässt.
Amen.
Predigt
des
Apostolischen
Nuntius
Erzbischof
Dr.
Peter
Stephan
Zurbriggen
Es
gilt
das
gesprochene
Wort!
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